🚦 Warnsignale: Wann wird es zu viel?
Kurz gesagt: Viel Spielen ist noch keine Sucht. Warnsignale sind Kontrollverlust über die Nutzungszeit, Rückzug von Freunden, Schule und Hobbys und Weitermachen trotz deutlicher Nachteile – über längere Zeit. Erste Ansprechpartner sind Kinderärzte und Erziehungsberatungsstellen; Eltern erreichen das Elterntelefon unter 0800 111 0 550.
Viele Kinder spielen oder scrollen manchmal zu lange. Das ist noch keine Sucht. Es gibt aber Anzeichen, bei denen ihr genauer hinschauen solltet.
Das sagt die Forschung
Die WHO führt die Computerspielstörung seit 2022 als Krankheit (ICD-11). Kennzeichen sind: die Kontrolle über Beginn, Dauer und Ende geht verloren, das Spielen wird wichtiger als andere Interessen und Pflichten, und es wird weitergespielt, obwohl es deutliche Nachteile bringt – meist über mindestens zwölf Monate.
Laut der Studie von DAK-Gesundheit und Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf nutzt etwa jedes vierte Kind zwischen 10 und 17 Jahren soziale Medien riskant oder abhängig; beim Gaming sind es rund 12 Prozent mit problematischer Nutzung.
Die amerikanische Kinderärztevereinigung rät, bei sehr viel Bildschirmzeit nach den Gründen zu fragen: Langeweile, Einsamkeit oder Stress – manchmal auch eine Depression oder ADHS.
Das heißt für euch
- Achtet auf: Rückzug von Freunden und Hobbys, Schlafmangel, sinkende Schulleistungen, heftige Wut beim Aufhören, Heimlichkeit oder Lügen über die Zeit.
- Sprecht ruhig und interessiert, nicht anklagend: Was gefällt dir daran? Was fehlt dir, wenn du nicht spielst?
- Schafft Alternativen, die echte Erfolgserlebnisse bringen – Sport, Freunde, gemeinsame Projekte.
- Holt euch frühzeitig Hilfe: beim Kinderarzt, bei einer Erziehungsberatungsstelle oder über ins-netz-gehen.de.
- Kinder und Jugendliche erreichen die Nummer gegen Kummer kostenlos unter 116 111, Eltern das Elterntelefon unter 0800 111 0 550.
- Mehr dazu: Regeln, die funktionieren
Häufige Fragen
Woran erkenne ich Mediensucht bei Kindern?
Typisch sind Kontrollverlust über die Nutzungszeit, Vernachlässigung von Freunden, Schule und Hobbys und Weitermachen trotz deutlicher Nachteile – über längere Zeit.
Wo bekomme ich Hilfe bei Mediensucht?
Erste Ansprechpartner sind Kinderärzte und Erziehungsberatungsstellen. Informationen bietet ins-netz-gehen.de, Eltern erreichen das Elterntelefon unter 0800 111 0 550.
Ist Computerspielsucht eine anerkannte Krankheit?
Ja. Die WHO führt die Computerspielstörung seit 2022 als Krankheit (ICD-11).
Wie hole ich mein Kind aus einer Mediensucht heraus?
Ruhig und interessiert sprechen statt anklagen, nach den Gründen fragen (Langeweile, Einsamkeit, Stress), Alternativen mit echten Erfolgserlebnissen schaffen – und früh Hilfe holen: beim Kinderarzt, bei einer Erziehungsberatungsstelle oder über ins-netz-gehen.de.
Ab wann gilt Zocken als Sucht?
Nach der WHO (ICD-11), wenn die Kontrolle über Beginn, Dauer und Ende verloren geht, das Spielen wichtiger wird als andere Interessen und Pflichten und trotz deutlicher Nachteile weitergespielt wird – meist über mindestens zwölf Monate.
Quellen
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