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🛒 In-App-Käufe verhindern: 4 Schritte, die wirklich schützen

Kurz gesagt: Die meisten ungewollten Käufe laufen über eine gespeicherte Karte oder ein angemeldetes Elternkonto. Am sichersten ist deshalb: keine Zahlungsdaten im Konto des Kindes, kein Elternkonto auf dem Gerät des Kindes, und überall, wo es geht, eine Kaufgenehmigung durch die Eltern – bei Google Play, im Microsoft-Konto und in Spielekonten wie Steam. Eine Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter schließt zusätzlich die Abrechnung über die Handyrechnung aus.

Ein Klick auf „Kaufen“, und schon ist das Geld weg – oft ohne dass das Kind versteht, dass gerade echtes Geld ausgegeben wurde. Mit vier Schritten lässt sich das zuverlässig verhindern.

6 Min. Lesezeit · für alle Altersstufen · Stand: 30. Oktober 2026
Zusammengestellt von Felix, Vater und Entwickler von Tendaroo, auf Grundlage der genannten Leitlinien.
1

Keine Zahlungsdaten beim Kind – und kein Elternkonto auf seinem Gerät

Fast jeder Kauf braucht eine gespeicherte Zahlungsart. Ist keine da, ist nach dem Klick auf „Kaufen“ Schluss. Gefährlich wird es, wenn auf dem Gerät des Kindes das Konto eines Elternteils angemeldet ist: Dann kauft das Kind mit dessen Karte. Genau das ist uns im eigenen Test passiert – ein YouTube-Abo lief bis zur Bestätigung der Kreditkarte durch, weil im Browser ein Elternkonto mit hinterlegter Karte angemeldet war.

So geht's:

  • Im Google-Konto des Kindes unter pay.google.com → „Zahlungsmethoden“ alle Karten und PayPal entfernen. Dasselbe im Microsoft-Konto, bei Steam, PlayStation, Nintendo und Xbox.
  • Am Gerät des Kindes vom eigenen Konto abmelden – in YouTube, im Browser (Chrome, Edge), im Play Store und in Spielen. Prüft das auch bei geteilten Tablets und Familien-PCs.
  • Lieber ein eigenes Kinderkonto anlegen als das eigene Konto weiterzugeben.
  • Soll das Kind selbst kaufen dürfen: Guthabenkarten mit festem Betrag statt Kreditkarte. Mehr als das Guthaben kann dann nicht weg.

Grenze: Hat das Kind eigenes Guthaben, kann es dieses ausgeben. Die Kaufgenehmigung aus Schritt 2 und 3 schützt auch davor.

2

Android: Käufe nur mit eurer Genehmigung

Auf Android laufen Käufe in Apps und Spielen meist über Google Play. Google bietet zwei Schutzstufen: die Kaufgenehmigung über Family Link und eine Passwortabfrage bei jedem Kauf.

So geht's:

  • Mit Family Link (empfohlen): Das Konto des Kindes muss in eurer Google-Familiengruppe sein und von Family Link beaufsichtigt werden. Dann in der Play-Store-App des Elternteils: Profilbild → Einstellungen → Familie → Familienmitglieder verwalten → Kind auswählen → Kaufgenehmigungen → „Alle Inhalte“.
  • Ohne Family Link: Auf dem Gerät des Kindes im Play Store Profilbild → Einstellungen → Authentifizierung → „Authentifizierung für Käufe erforderlich“ → „Für alle Käufe bei Google Play auf diesem Gerät“. Das Passwort darf das Kind natürlich nicht kennen.
  • Kommt eine Anfrage, bekommt ihr eine Nachricht aufs Handy. Benachrichtigungen von Family Link und Play Store also nicht abschalten.

Grenze: Beides gilt nur für Käufe über Google Play. Käufe auf Websites (z. B. ein YouTube-Abo im Browser) oder über andere Bezahlsysteme in Apps sind nicht abgedeckt – dafür ist Schritt 1 da. Die Menünamen können je nach Gerät leicht abweichen.

3

Windows und Xbox: Kaufanfragen im Microsoft-Konto

Am Windows-PC und auf der Xbox wird über das Microsoft-Konto eingekauft – im Microsoft Store und in vielen Spielen. Mit Microsoft Family Safety muss euer Kind jeden Kauf erst bei euch anfragen.

So geht's:

  • Kind in eure Microsoft-Familie aufnehmen (family.microsoft.com oder App „Microsoft Family Safety“).
  • Profil des Kindes öffnen → „Ausgaben verwalten“ → „Genehmigung für jeden Kauf anfordern“ einschalten.
  • Auf der Xbox zusätzlich unter Datenschutz & Onlinesicherheit → Kaufen & Herunterladen „Eltern fragen“ einschalten.

Grenze: Das gilt für Käufe über das Microsoft-Konto. Andere Shops am PC (Steam, Epic, Websites) sind damit nicht gesperrt – dafür sind Schritt 1 und 4 da.

4

Spielekonten und Konsolen absichern

Viele Spiele haben eigene Shops mit eigenem Konto. Die großen Plattformen haben dafür einen Elternbereich mit Kauf-Sperre oder Ausgabelimit.

So geht's:

  • Steam: Mit „Steam-Familien“ ein Kinderkonto anlegen. Das Kind kann dann nur Kaufanfragen stellen, die ein Erwachsener auf dem Handy oder per E-Mail genehmigt und bezahlt.
  • Nintendo Switch, PlayStation und Xbox: In den Jugendschutz- bzw. Familieneinstellungen der Konsole Käufe sperren oder ein monatliches Ausgabelimit von 0 € setzen.
  • Spiele mit eigenem Konto (z. B. Fortnite, Roblox): In den Kontoeinstellungen nach Elternkontrolle oder PIN für Käufe suchen und keine Karte speichern.

Grenze: Jede Plattform hat eigene Einstellungen. Am wichtigsten bleibt Schritt 1: Ohne gespeicherte Zahlungsart ist auch ein vergessener Shop ungefährlich.

Gut zu wissen: Was Eltern zahlen müssen

Kinder unter 7 Jahren können in Deutschland keine wirksamen Verträge schließen. Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 17 Jahren sind beschränkt geschäftsfähig: Ein Kauf ohne Zustimmung der Eltern ist erst einmal schwebend unwirksam. Laut Verbraucherzentralen müssen Eltern solche Käufe deshalb grundsätzlich nicht bezahlen.

Schwierig wird es, wenn das Kind mit dem Konto oder den Zahlungsdaten der Eltern gekauft hat – dann ist für den Händler nicht erkennbar, dass ein Kind gekauft hat. Eine Erstattung ist dann nicht sicher.

Die Verbraucherzentralen raten: Beträge nicht einfach eigenmächtig zurückbuchen, weil die Forderung an Zahlungsdienste wie PayPal oder Klarna abgetreten sein kann. Besser schriftlich beim Anbieter widersprechen und die Erstattung verlangen.

Über eine Drittanbietersperre beim Mobilfunkanbieter lassen sich Käufe über die Handyrechnung ausschließen. Der Anbieter muss sie kostenlos einrichten. Sie wirkt aber nur für die Zukunft.

Das heißt für euch

Und was macht Tendaroo?

Tendaroo hat eine Funktion „Shops & Bezahlseiten sperren“. Sie macht Käufe schwerer – sie ersetzt aber nicht die vier Schritte oben. Damit ihr wisst, worauf ihr euch verlassen könnt, steht hier genau, was sie tut und was nicht.

Das sperrt Tendaroo

Das kann Tendaroo nicht verhindern

Unser Rat: Nutzt die Sperre als zusätzliche Hürde – und macht die vier Schritte trotzdem. Erst dann sind Käufe wirklich sicher.

Häufige Fragen

Wie sperre ich In-App-Käufe auf dem Handy meines Kindes?

Auf Android über Google Family Link mit der Kaufgenehmigung „Alle Inhalte“ oder im Play Store unter Einstellungen → Authentifizierung mit einem Passwort für alle Käufe. Am wichtigsten ist, dass im Konto des Kindes keine Zahlungsdaten gespeichert sind.

Muss ich zahlen, wenn mein Kind ohne Erlaubnis etwas gekauft hat?

Grundsätzlich nicht: Kinder unter 7 sind nicht geschäftsfähig, 7- bis 17-Jährige nur beschränkt. Hat das Kind aber euer Konto oder eure Zahlungsdaten benutzt, ist eine Erstattung nicht sicher. Widersprecht schriftlich beim Anbieter und lasst euch im Zweifel von der Verbraucherzentrale beraten.

Soll ich eine Abbuchung einfach zurückbuchen?

Lieber nicht eigenmächtig. Die Forderung kann an einen Zahlungsdienst wie PayPal oder Klarna abgetreten sein – dann drohen Mahnungen. Besser zuerst schriftlich beim Anbieter widersprechen.

Was ist eine Drittanbietersperre?

Sie verhindert, dass Dienste über die Handyrechnung abgerechnet werden. Ihr beantragt sie beim Mobilfunkanbieter, sie ist kostenlos und gilt ab dem Zeitpunkt der Einrichtung.

Reicht eine Kindersicherung-App, um Käufe zu verhindern?

Nicht allein. Apps wie Tendaroo können Shops und Bezahlseiten sperren, aber nicht jeden Kauf auf jeder Website. Sicher wird es erst, wenn keine Zahlungsdaten beim Kind gespeichert sind und Käufe eure Genehmigung brauchen.

Sind Guthabenkarten eine gute Idee?

Ja, wenn euer Kind selbst kaufen darf. Mit einer Guthabenkarte mit festem Betrag kann nicht mehr Geld weg als aufgeladen wurde – anders als mit einer gespeicherten Kreditkarte.

Quellen

Passt dazu

Wer schreibt hier?

Zusammengestellt von Felix, Vater und Entwickler von Tendaroo, auf Grundlage der genannten Leitlinien und Studien. Jeder Beitrag nennt seine Quellen und das Datum des letzten Stands. Die Beiträge ersetzen keine ärztliche oder therapeutische Beratung.

Tendaroo hilft beim Umsetzen

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