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⏱️ Wie viel Bildschirmzeit ist okay?

Kurz gesagt: Die deutsche Leitlinie (2023) empfiehlt: unter 3 Jahren keine Bildschirmzeit, 3 bis 6 Jahre höchstens 30 Minuten am Tag, 6 bis 9 Jahre 30 bis 45 Minuten, 9 bis 12 Jahre 45 bis 60 Minuten und 12 bis 16 Jahre ein bis zwei Stunden. Hausaufgaben am Computer zählen nicht mit. Die Werte sind Vorsorge-Richtwerte – je jünger das Kind, desto mehr spricht dafür, sie ernst zu nehmen.

Kaum eine Frage stellen Eltern so oft. Es gibt eine klare Antwort aus der Kinder- und Jugendmedizin – und gute Gründe, sie mit Augenmaß anzuwenden.

3 Min. Lesezeit · für alle Altersstufen · Stand: 28. Oktober 2026
Zusammengestellt von Felix, Vater und Entwickler von Tendaroo, auf Grundlage der genannten Leitlinien.

Medienzeit nach Alter

AlterBildschirmzeit in der Freizeit pro Tag
unter 3 Jahrekeine
3 bis 5 Jahrehöchstens 30 Minuten – nicht jeden Tag, nie allein
6 Jahre30 bis 45 Minuten
7 Jahre30 bis 45 Minuten
8 Jahre30 bis 45 Minuten
9 Jahre30 bis 60 Minuten (Übergang zwischen zwei Stufen)
10 Jahre45 bis 60 Minuten
11 Jahre45 bis 60 Minuten
12 Jahre45 Minuten bis 2 Stunden (Übergang zwischen zwei Stufen)
13 Jahre1 bis 2 Stunden, möglichst nicht nach 21 Uhr
14 Jahre1 bis 2 Stunden, möglichst nicht nach 21 Uhr
15 Jahre1 bis 2 Stunden, möglichst nicht nach 21 Uhr

Nach der deutschen Leitlinie zur Prävention von problematischem Bildschirmmediengebrauch (2023). Sie nennt Altersspannen (3–6, 6–9, 9–12, 12–16 Jahre); bei 9 und 12 Jahren liegt ein Kind am Übergang. Hausaufgaben am Computer zählen nicht mit.

Das sagt die Forschung

In Deutschland gilt die medizinische Leitlinie zur Prävention von problematischem Bildschirmmediengebrauch (2023), an der Kinderärzte, Psychologen und weitere Fachgesellschaften mitgearbeitet haben. Ihre Richtwerte für die Freizeit: unter 3 Jahren gar keine Bildschirmzeit; 3 bis 6 Jahre höchstens 30 Minuten am Tag, nicht jeden Tag und nie allein; 6 bis 9 Jahre 30 bis 45 Minuten; 9 bis 12 Jahre 45 bis 60 Minuten; 12 bis 16 Jahre ein bis zwei Stunden, möglichst nicht mehr nach 21 Uhr. Hausaufgaben am Computer zählen nicht mit.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Kinder unter einem Jahr keine Bildschirmzeit und für 2- bis 4-Jährige höchstens eine Stunde am Tag – weniger sei besser.

Bekannt ist auch die 3-6-9-12-Regel des französischen Psychiaters Serge Tisseron (2008). Sie nennt keine Minuten, sondern Meilensteine: keine Bildschirme vor 3 Jahren, keine eigene Spielkonsole vor 6, Internet erst ab 9 und dann nur begleitet, allein ins Internet und in soziale Netzwerke erst ab 12. Sie passt gut zur deutschen Leitlinie – die ist bei der eigenen Konsole sogar strenger und rät davon vor 9 Jahren ab.

Die amerikanische Kinderärztevereinigung (AAP) hat ihre Empfehlungen 2026 erneuert und verzichtet dabei bewusst auf eine feste Stundenzahl für alle. Wichtiger seien die Inhalte, wofür die Zeit genutzt wird und was sie verdrängt: Schlaf, Bewegung, Freunde und Familienzeit.

Wichtig zur Einordnung: Die meisten Studien zeigen Zusammenhänge, keine eindeutigen Ursachen. Die Zahlen sind deshalb Vorsorge-Richtwerte – je jünger das Kind, desto mehr spricht dafür, sie ernst zu nehmen.

Das heißt für euch

Häufige Fragen

Wie lange darf ein 8-jähriges Kind am Tag vor dem Bildschirm sitzen?

Die deutsche Leitlinie nennt für 6- bis 9-Jährige 30 bis 45 Minuten Freizeit-Bildschirmzeit am Tag, Hausaufgaben nicht mitgerechnet.

Ab wann dürfen Kinder überhaupt fernsehen oder Tablet nutzen?

Fachleute raten, Kinder unter 3 Jahren bildschirmfrei aufwachsen zu lassen. Danach in kleinen Portionen und gemeinsam mit einem Erwachsenen.

Wie lange darf ein 10-Jähriger am Handy sein oder zocken?

Die deutsche Leitlinie nennt für 9- bis 12-Jährige 45 bis 60 Minuten Bildschirmzeit in der Freizeit am Tag – Handy, Konsole, Fernseher und PC zusammen. Eine eigene Spielkonsole empfiehlt sie nicht vor 9 Jahren.

Zählt Fernsehen zur Bildschirmzeit?

Ja. Für einen ehrlichen Überblick zählen alle Bildschirme zusammen: Fernseher, Tablet, Handy, Konsole und PC.

Zählen Hausaufgaben am Computer zur Bildschirmzeit?

Nein. Die Richtwerte der Leitlinie gelten für die Freizeit – Hausaufgaben am Computer zählen nicht mit.

Was ist die 3-6-9-12-Regel?

Eine Faustregel des französischen Psychiaters Serge Tisseron: keine Bildschirme vor 3 Jahren, keine eigene Spielkonsole vor 6, Internet ab 9 nur begleitet, allein ins Internet und in soziale Netzwerke erst ab 12.

Sind 2 Stunden Bildschirmzeit am Tag viel?

Für Kinder bis 12 Jahre ja – die Leitlinie nennt für sie höchstens 60 Minuten in der Freizeit. Für 12- bis 16-Jährige sind ein bis zwei Stunden der Richtwert, zwei Stunden also die Obergrenze.

Sollte man mit 16 noch die Bildschirmzeit begrenzen?

Die Zeit-Richtwerte der Leitlinie reichen bis 16 Jahre; uneingeschränkten Internetzugang am eigenen Smartphone empfiehlt sie erst ab 16. Danach helfen eher gemeinsame Absprachen als feste Minuten – etwa, dass das Handy nachts außerhalb des Schlafzimmers lädt.

Quellen

Passt dazu

Wer schreibt hier?

Zusammengestellt von Felix, Vater und Entwickler von Tendaroo, auf Grundlage der genannten Leitlinien und Studien. Jeder Beitrag nennt seine Quellen und das Datum des letzten Stands. Die Beiträge ersetzen keine ärztliche oder therapeutische Beratung.

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